Kirino Natsuos Japan und der Roman »Metabola«
Die japanische Erfolgsautorin Kirino Natsuo nimmt sich in ihrem aktuellen Roman »Metabola« (2007) erneut der trostlosen Seiten des gegenwärtigen Japan an. Ihr »Bubblonia« genanntes Land ist ein unwirtlicher Lebensraum, ihre Themen sind der Verfall der Familie, die Resignation der Jugendlichen, das Absinken in die Höllen der Unterschicht (karyû shakai), eine Erosion der Umwelt sowie der Kontrast zwischen der Hauptinsel und den südlichen Inseln, deren Natur zunehmend gefährdet ist, die aber immer noch bessere Lebensqualitäten besitzen als Tôkyô. Der Roman zeichnet das pessimistische Psychogramm einer verlorenen Nation zwischen Kalkül, Hybris und Melancholie in einer lebensfeindlichen Umgebung. Insofern kann der Roman als eine düstere Prophezeiung hinsichtlich der Zukunft des kranken »Metabolismus« Japans gelesen werden, die ihren Angelpunkt in einer Technik der literarischen Phantastik hat.
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